Verein Forschungsgruppe
Kreativwerkstatt

Wir erforschen die Gesellschaft ausgehend von Behinderungserfahrungen

Forschung – Haltung – Aktivismus? – 39. Jahrestagung der Inklusionsforscher:innen (IFO)

"Aktivismus und Wissenschaftlichkeit – partizipative Inklusionsforschung im Spannungsfeld zwischen sollen, wollen und können" - ein Einzelbeitrag

Durch die inklusive Forschungsarbeit unserer Gruppe und die Tätigkeiten an Hochschulen sind wir immer wieder mit akademischen Anforderungen konfrontiert. Diese stehen teilweise in Spannung zu unseren aktivistischen Handlungen und Haltungen. Forschung, Haltung und Aktivismus war das Tagungsthema der IFO, an welcher wir auch dieses Jahr teilnehmen wollten. Aufgrund der Weiterführung des Projekts “Kunst verbindet” war es jedoch erneut wegen begrenzter Ressourcen nicht möglich, als gesamte Forschungsgruppe an die IFO zu reisen. Da es uns aber wichtig war, unsere Erkenntnisse zu präsentieren sowie spezifisch auf bestehende Spannungsfelder hinsichtlich Aktivismus und Wissenschaftlichkeit aufmerksam zu machen, bereiteten Arbnora Aliu, Irina Bühler und Lara Sara Haas zu dritt einen Beitrag vor.

Im Zentrum des Beitrags stand, dass die Forschungsgruppe durch das gemeinsame Arbeiten und die gemeinsamen Auftritte aktivistisch tätig ist. Wegen diesen “Aktionen” entstehen immer wieder Irritationen, welche Barrieren aufzeigen und Veränderungen anstossen (können). Durch den Aktivismus unserer Forschungsgruppe und bestehende Massstäbe sowie Merkmale der Wissenschaft/Akademie (= Wissenschaftlichkeit) entstehen Spannungsfelder zwischen dem, was wir sollen, wollen und können. Im Beitrag wurden verschiedene Aspekte davon beleuchtet und den Umgang damit beschrieben. Beispielsweise wurde auf mögliche Rollenambivalenzen einzelner Mitglieder oder die Gefahr der (Re-)Konstruktion von Differenzen hingewiesen. Für die Forschungsgruppe ist hierbei unter anderem die (Selbst-)Reflexion zentral. Durch diese können individuell, aber auch kollektiv, Spannungsfelder minimiert werden und Lösungen für zukünftige “Aktionen” entstehen. Indem ein Umgang mit auftauchenden Spannungsfeldern und Barrieren gefunden wird, kann es zu Veränderungen in der Gesellschaft kommen und entstandene Konflikte (= Erwartungsverletzungen) können (teilweise) aufgelöst werden.